Alles ist jetzt. Und trotzdem buche ich meinen Flug für morgen.

Shownotes

In dieser persönlichen Solo-Folge denkt Gunda laut über ein Thema nach, das sie seit Wochen beschäftigt: Frieden. Ausgehend von der aktuellen PISA-Studie und dem Impuls, empört und laut auf gesellschaftliche Missstände zu reagieren, beobachtet sie eine Veränderung in sich selbst. Statt mit Wut und Aggression auf Ungerechtigkeiten im Bildungssystem oder in der eigenen unternehmerischen Realität zu reagieren, spürt sie eine wachsende innere Stille, die nicht aus Gleichgültigkeit entsteht, sondern aus einer tieferen Erkenntnis.

Sie zieht Parallelen zu Gandhi, Martin Luther King und Jesus, die alle in großer Klarheit gegen Missstände aufgetreten sind, dabei aber nie aus Hass oder Nervensystem-Reaktionen heraus gehandelt haben. Gunda unterscheidet zwischen echter, kraftvoller Liebe und einem bloßen Anpassungsmodus des Nervensystems, der alles schönredet. Für sie liegt die eigentliche Revolution nicht im Kampf gegen Feindbilder, sondern darin, klar für Veränderung einzustehen, ohne dabei in Aggression oder Ohnmacht zu verfallen.

Anhand eigener Beispiele, etwa der Bürokratie als Unternehmerin oder ihrem früheren Engagement für Bildungsreformen, reflektiert sie, wie sich Haltung verändern kann, ohne dass das Ziel der Veränderung verloren geht. Die Folge bleibt bewusst unfertig und einladend: Gunda lässt Raum für offene Fragen und bittet die Hörer:innen um ihre Gedanken und Reaktionen.

Transkript anzeigen

00:01:05: Willkommen zurück zu einer neuen Folge.

00:01:08: Ich schaue immer noch dem Windspiel zu

00:01:12: und merke so, ich tauche immer tiefer ein und die Frage, was

00:01:19: braucht es denn wirklich?

00:01:21: Und ich scroll so durch Instagram und die PISA Studie ist jetzt

00:01:27: raus

00:01:30: und noch vor drei, vier Monaten

00:01:32: hätte ich auch empörte Posts geschrieben nach dem Wann endlich raffen wir,

00:01:39: dass unsere Kinder was anderes brauchen?

00:01:43: Gibt eine Hymne zu einer Demo.

00:01:45: Es ist nicht fünf vor zwölf, es ist Punkt zwölf.

00:01:48: Es gibt

00:01:50: gerade so viele Stimmen, die laut werden und

00:01:54: in mir wird es immer leiser.

00:01:57: Und dann habe ich mich gefragt,

00:02:00: stehe ich nicht mehr hinter dem,

00:02:03: was ich gesagt habe und was ich denke und hinter all dem,

00:02:06: was aufploppt, Ist es nicht, betrifft mich das nicht mehr?

00:02:11: Und ja, zum einen ist es vielleicht so,

00:02:19: Übrigens, entschuldige, ich starte immer den Podcast, sogar Blattschreien ohne Vorankündigung, aber

00:02:27: also sorry dafür, ich bin glaube ich so in meinem eigenen Flow,

00:02:30: dass ich das gar nicht merke.

00:02:32: Okay, worum soll es in dieser Folge gehen?

00:02:34: Um Frieden.

00:02:37: Und der Leitgedanke ist, wer Frieden will, darf aufhören, Feinde zu brauchen.

00:02:43: Ich glaube, Frieden ist etwas, was wir uns alle wünschen und

00:02:49: Weltfrieden wäre großartig und gleichzeitig scheint es so fern wie noch nie.

00:02:57: Und jetzt gehe ich zurück zu diesem ganzen Aufschrei, der da ist

00:03:01: und ich mich frage, warum schreie ich nicht mit

00:03:06: drei, vier Monaten hätte ich das noch gemacht?

00:03:08: Warum werde ich nicht mit laut?

00:03:10: Und ich merke so, in mir wird es still,

00:03:14: nicht weil das Thema mich nicht mehr tangiert.

00:03:16: Also ein bisschen schon, meine Jungs sind jetzt erwachsen, so direkte Enkelkinder

00:03:23: sind noch nicht da, so ein bisschen angedichtete habe ich, aber da

00:03:26: ist wenig Kontakt.

00:03:28: Das heißt, das Thema Kinderthema

00:03:32: beschäftigt mich jetzt nicht mehr in meinem privaten Leben.

00:03:35: Und gleichzeitig,

00:03:38: es ist immer noch mein Fokus in dem Wissen, wenn wir dafür

00:03:41: sorgen, dass es unseren Kindern gut geht, dann geht es uns und

00:03:44: unserer ganzen Gesellschaft gut.

00:03:47: Und gleichzeitig wird es trotzdem leiser, weil

00:03:51: diese

00:03:55: tiefe Erkenntnis in mir reift, dass das nicht der Weg ist.

00:03:59: Also schon immer war ich ein großer

00:04:04: Fan von Gandhi zum Beispiel,

00:04:09: von Jesus auch nicht als mein Erlöser, sondern als

00:04:14: diese friedvolle Revolution.

00:04:16: Dieses da ist Martin Luther King genauso.

00:04:20: Da sind Menschen, die stehen auf, die reden in aller Klarheit

00:04:27: von der Sache, von dem, was nicht gut ist.

00:04:30: Jesus mit ihr macht Gesetze, um der Gesetze Welt, ihr Pharisäer,

00:04:35: Gandhi, Martin Luther King, also überall,

00:04:41: wenn ich jetzt diese drei nehme, die sagen in aller Klarheit,

00:04:47: was nicht gut ist

00:04:49: oder haben es gesagt, sind ja alle nicht mehr da.

00:04:53: Und gleichzeitig in einer so großen Liebe und Verbundenheit und auch mit

00:05:00: klaren Aussagen.

00:05:02: Also in der Bibel steht, ich sage aber euch liebet eure Feinde

00:05:09: oder irgendwo anders war noch sowas in und ist es möglich, so

00:05:14: viel es an euch liegt, so hab mit allen Menschen Frieden.

00:05:21: Ja, warum soll ich denn mit allen Menschen Frieden haben?

00:05:24: Das ist doch scheiße, was die da machen.

00:05:27: Und dann könnte ich Buddha nehmen.

00:05:31: Hass wird niemals durch Hass gestillt.

00:05:34: Hass hört auf durch Liebe.

00:05:37: So war es von jeher und so ist es immer.

00:05:41: Martin Luther King hat so was ähnliches.

00:05:47: Hate cannot drive out, Hate only, love can do that.

00:05:57: Und Gandhi mit seiner Gewaltlosigkeit,

00:06:02: die verstand der ausdrücklich als Kraft der Starken, nicht als Schwäche der

00:06:07: Ohnmächtigen.

00:06:10: Und ich glaube, das ist das, wo wir unterscheiden dürfen.

00:06:14: Das, was passiert.

00:06:16: Vieles von dem, was passiert, lässt uns ohnmächtig fühlen.

00:06:21: Und ein

00:06:23: Gefühl von Ohnmacht.

00:06:24: Na wo kommt es her?

00:06:26: Wenn du die Folgen bis hierher gehört hast, dann weißt du es.

00:06:29: Sonst sage ich es auch gerne noch mal aus deinem Nervensystem, aus

00:06:33: der Geschichte deines Nervensystems, aus Erfahrungen, die du selbst hattest, wo du

00:06:38: hilflos und ohnmächtig warst oder vielleicht sogar transgenerational.

00:06:43: Das heißt, wenn du

00:06:46: mit

00:06:48: Aggression,

00:06:50: mit Wut, Lautstärke, Rebellion reagierst, bist du im Fight Modus, in einem

00:06:58: Nervensystem Fight Modus.

00:07:08: Und

00:07:10: die Frage ist doch, wie können wir etwas radikal verändern,

00:07:17: ohne

00:07:18: den anderen angreifen, hassen, beschämen, diffamieren zu müssen, Also ohne Nervensystemreaktion.

00:07:30: Ich habe einen

00:07:32: Kongress gemacht, Bildungsrevolution mit Speakern.

00:07:36: Ich wollte quer durch die Welt reisen, dann kam ja Corona, deswegen

00:07:40: hat das dann nicht geklappt.

00:07:43: Ich hab

00:07:45: Briefe schreiben lassen ans Bildungsministerium, was ich schon alles getan hab.

00:07:51: Und

00:07:54: vielleicht ist die neue Revolution nicht weniger radikal.

00:07:59: Vielleicht hat sie einfach nur keinen Feind mehr nötig.

00:08:06: Und das ist was, was ich gerade hier mit dir im Sprechdenken

00:08:10: für mich selber rausfinde.

00:08:13: Ich habe einfach erstmal nur festgestellt, aha,

00:08:17: die sind noch die gleichen Dinge.

00:08:19: Wichtig.

00:08:20: Aber du kannst nicht mehr mit auf die Barrikaden gehen.

00:08:23: Du kannst nicht mehr

00:08:26: mit laut schreien und sagen, ey Leute, rafft ihr es denn nicht?

00:08:29: Rafft ihr es dann immer noch nicht?

00:08:32: Das nicht mehr meins

00:08:36: und ich steige geradeaus

00:08:38: in

00:08:41: diesem ja das ist alles nicht gut,

00:08:45: aber ich reagiere nicht mehr aus dem Nervensystem.

00:08:47: Ja,

00:08:48: wir dürfen ändern in Liebe

00:08:52: und wenn ich

00:08:54: in meinem Umfeld gucke, die die was verändern,

00:08:59: eine Lehrerin, die Schule gewechselt hat und jetzt pädagogische Leitung ist, die

00:09:04: einfach in Liebe und Verbindung die Dinge ändert

00:09:09: ohne Kampf, ohne anzuprangern, ohne zu sagen ey du musst aber

00:09:16: diese Bedingungslosigkeit, die ich in der letzten Folge für das Segnen hatte,

00:09:21: sondern einfach in liebevoller, kraftvoller Präsenz

00:09:26: und das dürfen wir nicht verwechseln.

00:09:29: Es ist nicht die Liebe

00:09:33: alles ist gut Liebe das ist vorn also das ist der Anpassungsmodus

00:09:39: des Nervensystems das meine ich nicht.

00:09:42: Das verwechseln wir oft diese

00:09:47: so schwamm drüber Liebe, das meine ich nicht, sondern die ganz tiefe

00:09:54: Liebe, die in dir wohnt und die hat jeder von uns selbst

00:09:58: wenn du die beschissensten, das beschissenste Elternhaus hattest und sagst ich habe

00:10:04: mich nie geliebt gefühlt,

00:10:07: nimm die menschliche Liebe weg und verbinde dich mit der Liebe der

00:10:13: Mutter Erde,

00:10:15: weil

00:10:17: klar ich gucke hier gerade auf die Palme und die Wedel und

00:10:19: so und die Kraft der Natur, da ist so viel Liebe drin

00:10:25: und da wir ja verbunden sind, hast du Liebe auch in dir.

00:10:35: Ich habe noch keinen Plan,

00:10:38: wie wir so die große Revolution anstarten können, die Gandhi Revolution,

00:10:45: die Jesus Revolution, die Martin Luther Luther King Revolution, also da

00:10:51: wo sich Dinge wirklich ändern.

00:10:54: Aber ich weiß, dass es nur geht, wenn wir keine Feinde mehr

00:10:57: brauchen.

00:10:59: Wer Frieden will, darf aufhören Feinde zu brauchen.

00:11:03: Liebe deine Feinde, tu den Gutes, die dir Böses tun und wenn

00:11:08: du sie nur segnest, das heißt ja nicht, dass sie in Schokoladenkuchen

00:11:10: vorbeibringen musste.

00:11:23: Lauter Gedanken und ich merke, dass ich meine Gedanken darin formieren und

00:11:30: vielleicht wird auch dieses gerade eine kürzere Folge, weil es etwas ist,

00:11:34: was gerade entstehen darf.

00:11:41: Ich weiß beim letzten eben der Retreat, das jetzt

00:11:46: zwei Monate her drei Monate, da habe ich schon so die ersten

00:11:50: Anfänge davon mal gesagt was in mir ist da

00:11:55: waren so die ersten Keimzellen da

00:11:59: und dann kam sofort die aber Gundam, also folgender Fall,

00:12:04: ich weiß den Fall gar nicht mehr, aber das ist doch ungerecht,

00:12:07: da muss man doch vor Gericht gehen, da muss man doch das

00:12:09: einstreiten

00:12:11: und

00:12:13: da kannst du nicht dafür sein.

00:12:15: Ich bin ja auch nicht dafür,

00:12:18: aber ich muss nichts einklagen und streiten.

00:12:23: Der Weg ist ein anderer.

00:12:27: Ich bin immer noch dagegen.

00:12:29: Ich bin immer noch dagegen zu sagen, was in unserem Bildungssystem passiert,

00:12:35: wie mit unseren Kindern umgegangen wird, welchen Stellenwert

00:12:40: Kinder haben

00:12:42: in unserer Gesellschaft,

00:12:44: die ganzen komischen Reformen.

00:12:48: Ich könnte so viel sagen, wo ich sage, nee, es geht einfach

00:12:51: gar nicht.

00:12:52: Ich als Unternehmerin

00:12:56: so viel Beine, Beine, Steine, wie mir zwischen die Beine, zwischen die

00:13:01: Füße geklöppelt werden, als Unternehmerin ein erfolgreiches Unternehmen zu führen mit Bürokratisierung,

00:13:08: mit Wahnsinn und ich weiß nicht was.

00:13:12: Und jetzt könnte ich natürlich das Feindbild aufbauen.

00:13:15: Vater, Staat, Finanzamt, Steuerberater, whatever.

00:13:20: Das Einzige, was es macht, ist schlechte Laune

00:13:24: oder

00:13:26: passiert irgendwas dadurch, dass diese Aggression da ist.

00:13:33: Und wenn wir alle Kriege zusammen sehen, ist es immer

00:13:39: der eine schmeißt die Bomben, der nächste schmeißt zurück.

00:13:43: Noch nie wurde so irgendwie was wirklich Gutes in die Welt gebracht.

00:13:54: Also habe ich kein Feindbild, weder das Finanzamt noch den Steuerberater noch,

00:14:00: sondern auch da hilft mir die liebevolle Akzeptanz

00:14:06: für das, was ich nicht ändern kann.

00:14:07: Und das kann ich alles nicht ändern.

00:14:11: Und gleichzeitig zu segnen, das Gute auszusprechen

00:14:17: und in Klarheit und Liebe immer wieder zu

00:14:24: Nicht,

00:14:25: aber nicht als Vorwurf, nicht als erbitterter Kampf, nicht als.

00:14:33: Ja, also du merkst,

00:14:35: ich habe es noch nicht ganz.

00:14:37: Vielleicht hilfst du mir mit deinen Gedanken, keine Ahnung,

00:14:42: Schreib mir mal bei Instagram da drunter unter

00:14:47: dem Post von diesem Podcast, was du dazu denkst.

00:14:55: Ich merke einfach nur,

00:14:58: es wird stiller in mir

00:15:01: und ich habe keine Feindbilder.

00:15:05: Es gibt Dinge, die geändert werden dürfen und müssen und dafür stehe

00:15:08: ich auf mit allem, was ich bin und habe.

00:15:13: Aber

00:15:15: die Aggression verschwindet.

00:15:16: Mein Nervensystem reagiert nicht mehr und darüber freue ich mich erstmal.

00:15:21: Also lass von dir hören.

00:15:24: Ich bin sehr, sehr, sehr gespannt, was sich bei dir regt und

00:15:30: zeigt durch diese Podcast Folge.

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